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Akkordsymbole lesen: von C bis Cm7b5

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Über den Liedtexten im Songbook, über den Noten im Leadsheet, in der Gitarren-App: Akkordsymbole sind die Kurzschrift der Harmonie. Ein Buchstabe und ein paar Zusätze sagen dir, welche Töne gleichzeitig klingen sollen. Wer sie lesen kann, begleitet ein Lied am Klavier oder an der Gitarre, ohne jede Note ausgeschrieben zu haben. Das System ist logisch, hat aber ein paar Stolperfallen, vor allem im deutschsprachigen Raum. Hier ist die Übersicht.

Der Buchstabe: der Grundton

Der Großbuchstabe am Anfang ist der Grundton. C bedeutet: Der Akkord ist auf dem Ton C aufgebaut. Steht nur der Buchstabe allein da, ist ein Dur-Dreiklang gemeint. C ist also C-Dur mit den Tönen C, E und G. Vorzeichen stehen direkt hinter dem Buchstaben: F♯ oder F# ist Fis, E♭ oder Eb ist Es. Gesprochen wird im Deutschen trotzdem „Fis-Dur“ und „Es-Dur“, auch wenn auf dem Blatt F# und Eb steht.

In der klassischen deutschen Schreibweise gibt es noch eine zweite Konvention: Großbuchstaben stehen für Dur, Kleinbuchstaben für Moll. „a“ heißt dann a-Moll, „C“ heißt C-Dur. Das findest du vor allem in Tonartangaben („Sonate in a-Moll“) und in der Funktionsharmonik. In Akkordsymbolen über Liedern ist dagegen das „m“ üblich: Am statt a.

H und B: die deutsche Besonderheit

In Deutschland, Österreich und der Schweiz heißt die Tonleiter C D E F G A H C. Der Ton zwischen A und C heißt H, der Ton einen Halbton tiefer heißt B. Im Englischen und in fast allen anderen Ländern heißen dieselben Töne B und B♭ (Bb). Das führt zu einem klassischen Fehler: Ein „B7“ aus einem amerikanischen Songbook ist bei uns H7, nicht B7. Und ein „Bb“ in einem englischen Leadsheet ist unser B.

Was hilft? Schau zuerst, woher die Noten kommen. Deutsche Liederbücher schreiben meist H und B, internationale Leadsheets und Jazz-Real-Books B und Bb. Ein schneller Test ist die Tonart: Steht ein Song in E-Dur oder e-Moll, taucht fast immer der Akkord auf der 5. Stufe auf, und das ist H7. Liest du dort „B7“, ist die englische Schreibweise gemeint. Auf dieser Seite werden die Grundtöne deutsch geschrieben; über „Notennamen“ kannst du auf die englischen Buchstaben umschalten.

Dur, Moll, vermindert, übermäßig

Der Zusatz direkt hinter dem Buchstaben bestimmt das Tongeschlecht des Dreiklangs. Ein „m“ (auch „mi“, „min“ oder ein Minuszeichen) macht aus dem Akkord Moll: Cm ist C, Es, G. Die Terz liegt jetzt 3 statt 4 Halbtöne über dem Grundton. „dim“ oder ein kleiner Kreis ° steht für vermindert: Cdim ist C, Es, Ges, also kleine Terz und verminderte Quinte. „aug“ oder ein Plus steht für übermäßig: Caug ist C, E, Gis, die Quinte ist um einen Halbton erhöht.

Aus den Tönen einer Dur-Tonleiter entstehen genau sieben Dreiklänge: drei Dur, drei Moll und ein verminderter. In C-Dur sind das C, Dm, Em, F, G, Am und Hdim. Die Tabelle zeigt sie mit ihren Tönen. Diese sieben Akkorde decken einen großen Teil aller Pop- und Volkslieder in C-Dur ab.

StufeAkkordTöne
ICC E G
iiDmD F A
iiiEmE G H
IVFF A C
VGG H D
viAmA C E
vii°HdimH D F

Septakkorde: C7, Cmaj7, Cm7

Eine 7 hinter dem Buchstaben fügt eine Septime hinzu, und zwar die kleine. C7 ist C, E, G, B. Im Deutschen ist das praktisch: Der zusätzliche Ton heißt wirklich B, 10 Halbtöne über dem C. Dieser Akkord heißt Dominantseptakkord, weil er auf der 5. Stufe einer Dur-Tonart natürlich vorkommt: In F-Dur ist C7 die Dominante.

Soll die große Septime klingen, steht „maj7“ da (auch „j7“ oder ein Dreieck Δ). Cmaj7 ist C, E, G, H. Der Unterschied ist ein einziger Halbton, aber der Klang ändert sich stark: C7 will weiter, Cmaj7 klingt weich und ruhig. Cm7 ist ein Moll-Dreiklang mit kleiner Septime: C, Es, G, B. Und Cm(maj7) kombiniert Moll-Dreiklang und große Septime: C, Es, G, H.

Zwei Septakkorde bekommen eigene Namen. Cm7b5 (auch Cø) ist halbvermindert: C, Es, Ges, B. Er steht auf der 7. Stufe einer Dur-Tonart, in C-Dur als Hm7b5. Cdim7 (C°7) ist der verminderte Septakkord mit der verminderten Septime: C, Es, Ges, Heses. Heses klingt wie A, wird aber so geschrieben, weil es die Septime über C ist.

sus, add9, 6 und 9

„sus“ kommt von „suspended“, also schwebend. Bei Csus4 wird die Terz durch die Quarte ersetzt: C, F, G. Bei Csus2 durch die Sekunde: C, D, G. Weil die Terz fehlt, ist der Akkord weder Dur noch Moll. Oft löst sich sus4 anschließend in den Dur-Akkord auf. C7sus4 hat zusätzlich die kleine Septime.

„add9“ bedeutet: Dreiklang plus None, ohne Septime. Cadd9 ist C, E, G, D. Steht dagegen nur eine 9 da, ist die Septime mit gemeint: C9 ist C, E, G, B, D. Dieser Unterschied wird in Songbooks oft verwechselt. Eine 6 fügt die große Sexte hinzu: C6 ist C, E, G, A. Cm6 ist C, Es, G, A. Eine 5 ohne Terz, zum Beispiel C5, ist der Powerchord aus Rock und Metal: nur C und G.

Die folgende Tabelle zeigt alle 20 Akkordtypen, die unsere Tools kennen, mit Symbol, Formel und den Tönen auf C. Die Formel liest du so: 1 ist der Grundton, 3 die große Terz, ♭3 die kleine Terz, 5 die Quinte, ♭7 die kleine Septime, 7 die große Septime.

AkkordSymbolFormelAuf C
DurC1 3 5C E G
MollCm1 ♭3 5C Es G
DominantseptakkordC71 3 5 ♭7C E G B
großer SeptakkordCmaj71 3 5 7C E G H
Moll-SeptakkordCm71 ♭3 5 ♭7C Es G B
sus2 (Sekunde statt Terz)Csus21 2 5C D G
sus4 (Quarte statt Terz)Csus41 4 5C F G
vermindertCdim1 ♭3 ♭5C Es Ges
übermäßigCaug1 3 ♯5C E Gis
Dur mit SexteC61 3 5 6C E G A
Moll mit SexteCm61 ♭3 5 6C Es G A
Dur mit None (add9)Cadd91 3 5 9C E G D
DominantnonakkordC91 3 5 ♭7 9C E G B D
Moll-NonakkordCm91 ♭3 5 ♭7 9C Es G B D
großer NonakkordCmaj91 3 5 7 9C E G H D
halbvermindertCm7b51 ♭3 ♭5 ♭7C Es Ges B
verminderter SeptakkordCdim71 ♭3 ♭5 𝄫7C Es Ges Heses
Septakkord mit QuarteC7sus41 4 5 ♭7C F G B
Moll mit großer SeptimeCm(maj7)1 ♭3 5 7C Es G H
PowerchordC51 5C G

Wichtig für die Praxis: Ein Akkordsymbol sagt, welche Töne klingen, nicht in welcher Lage oder Reihenfolge. Am Klavier darfst du die Töne umstellen, verdoppeln oder bei großen Akkorden die Quinte weglassen. Bei C9 etwa spielen viele Pianisten nur E, B und D in der rechten Hand und den Grundton C in der linken. Auf der Gitarre hängt die Auswahl vom Griff ab; nicht jeder Griff enthält alle Töne der Formel.

Slash-Akkorde: C/E und G/H

Ein Schrägstrich trennt den Akkord vom Basston. C/E heißt: C-Dur, aber mit E als tiefstem Ton. Das ist die erste Umkehrung von C-Dur. G/H ist G-Dur mit H im Bass. Slash-Akkorde sorgen für schöne Basslinien, etwa C – G/H – Am, wo der Bass stufenweise C, H, A hinabsteigt. Auf der Gitarre spielst du dafür den normalen Griff und achtest darauf, dass der angegebene Basston der tiefste ist. Am Klavier spielt die linke Hand den Basston, die rechte den Akkord.

Steht hinter dem Schrägstrich ein Ton, der nicht zum Akkord gehört, entsteht ein neuer Klang. D/C zum Beispiel ist D-Dur über einem C im Bass. Auch hier gilt: Erst den Akkord greifen, dann den Basston ergänzen.

Klavier Akkorde

Im Akkord-Tool einen Grundton und einen Akkordtyp wählen: Du siehst die Töne auf der Tastatur, hörst den Klang und findest den Gitarrengriff auf derselben Seite.

Kurz zusammengefasst

  • Buchstabe allein = Dur. Mit „m“ = Moll.
  • 7 = kleine Septime, maj7 = große Septime.
  • sus = Terz ersetzt, add = Ton dazu ohne Septime.
  • Schrägstrich = Basston.
  • Englisches B = deutsches H, englisches Bb = deutsches B.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen C7 und Cmaj7?
Die Septime. C7 hat die kleine Septime B (10 Halbtöne über C), Cmaj7 die große Septime H (11 Halbtöne). C7 klingt nach Auflösung, Cmaj7 ruhig.
Ist ein englisches „B“ dasselbe wie unser B?
Nein. Das englische B ist das deutsche H. Das englische Bb oder B♭ ist das deutsche B. Ein „Bm“ aus einem englischen Songbook ist also h-Moll.
Was bedeutet Cadd9 im Vergleich zu C9?
Cadd9 ist der C-Dur-Dreiklang plus D, ohne Septime. C9 enthält zusätzlich die kleine Septime B: C, E, G, B, D.